boo - Grossartiger Radsporttag am ersten November-Wochenende mit grossen Startfeldern, einer würdigen Zuschauerkulisse und besten äusseren Bedingungen am Hittnauer Schlosshügel. Bei über 300 Teilnehmenden zeigte sich OK-Präsident Romeo Tedaldi sprachlos. Ein schöner Erfolg der Zusammenarbeit zwischen dem VC Hittnau und der EKZ CrossTour!

Das Eliterennen bildete den krönenden Abschluss des Radquer-Sonntags, der erstmals im Rahmen der neu ins Leben gerufenen EKZ CrossTour stattfand. Clément Venturini (Fra) beendete den Traum von Enrico Franzoi (It), den dritten Sieg in Hittnau in Folge einzufahren. Zwar war der Sieger der beiden Vorjahre stets in der Spitzengruppe vertreten, mit dem Ausgang des Rennens hatte er aber schliesslich nicht viel zu tun.

Während acht der insgesamt zehn Runden bot das Rennen ein Spektakel, wie es im Radquer selten zu sehen ist: Eine Zehnergruppe bolzte fast geschlossen Tempo. Taktische Attacken und Spielchen zuhauf waren zu beobachten, blieben jedoch ohne dauerhafte Auswirkungen auf das Renngeschehen. Das änderte sich erst am Ende der zweitletzten Runde, als sich mit Sascha Weber (De), Arnaud Grand und Clément Venturini (Fra) ein Trio leicht absetzen konnte. Weber attackierte in der Schlussrunde wiederholt und konnte als Erster auf die Zielgerade einbiegen, wo Venturini dann aber klar der Schnellere war. Grand hatte die letzte Abfahrt vom Schlosshügel nicht optimal erwischt, konnte sich als Dritter aber trotzdem über einen Podestplatz freuen. Die beiden VC-Hittnau-Athleten in dieser Kategorie, Fabian Obrist und Nico Brüngger, belegten die Ränge 25 und 31.

Beat Morf: Theoretische Aussichten auf Gesamtsieg

Besonderes Interesse bestand aus Hittnauer Sicht an der Kategorie Amateure / Masters / U19, stand doch mit Beat Morf jener Fahrer am Start, der in den Vorjahren mit regelmässigen Podestplätzen für Hochstimmung im Verein gesorgt hatte. Lange Zeit war das Podest heiss umkämpft, doch für einmal vermochte Morf nicht ganz vorne mitzumischen. Timon Rüegg, bereits in Baden und Dielsdorf Sieger, setzte sich schon früh etwas von seinen Verfolgern ab – aber nie so stark, dass das Rennen bereits entschieden gewesen wäre. Dahinter lieferten sich Jürg Graf und der Franzose Valentin Humbert ein packendes Duell. Erst in der letzten Schlosshügel-Passage vermochte Graf eine klare Zäsur zu setzen und Humbert schliesslich um 10 Sekunden auf den dritten Platz zu verweisen. So muss Quersport sein! Beat Morf klassierte sich auf Rang 5.

Mit seinem dritten Sieg liegt Rüegg praktisch uneinholbar an der Spitze des Gesamtklassements. Einzig Beat Morf besitzt rein rechnerisch noch eine Chance, Rüegg abfangen zu können. Er müsste dafür allerdings im letzten Rennen der Serie in Eschenbach einen Sieg einfahren, und Rüegg dürfte gleichzeitig höchstens 33. werden.

Wimpernschlag-Finish bei den Frauen

0:00.0: Diese Differenz zwischen der Erst- und Zweitplatzierten zeigte der Monitor am Schluss des Damenrennens. „Ohne Anwalt mache ich keine Aussage!“, verkündete Speaker Romeo Tedaldi. Umso grösser der Jubel, als einige Minuten später feststand: Sina Frei realisiert den ersten Schweizer Elite-Sieg im Rahmen der EKZ Cross-Tour. Dies vor der Französin Marlène Petit und Juliette Labous (FRA), die allerdings bereits einen Rückstand von 43 Sekunden aufwies.

Beim letzten Aufstieg zum Schlosshügel hatte sich die erst 17jährige Sina Frei an die Spitze setzen können – doch Marlène Petit hatte auf der Zielgeraden zunächst die Nase vorn. Aus dem Windschatten heraus entschied Frei das Duell schliesslich um eine Reifenbreite für sich.

VC Hittnau beim Nachwuchs gut vertreten

Mauro Schmid und Lara Krähemann hiessen die Gewinner in der Kategorie U17. Das Podest bei den Männern vervollständigten Luca Schätti und Loris Rouiller, bei den Damen Michelle Schätti und Florine Barberio (Fra). Die Entscheidungen in dieser Kategorie zeichneten sich schon früh ab, auch wenn die Abstände schliesslich zwar deutlich, aber nicht allzu gross ausfielen. Einmal mehr ein solides Rennen zeigte der VCH-Nachwuchsfahrer Til Steiger, der sich auf Rang 6 zu platzieren vermochte.


 

Klar am besten vertreten war der VC Hittnau in der Kategorie U15/U13, wo gleich fünf Fahrer am Start standen. Zwar blieben ihnen vordere Plätze verwehrt, doch zeigten Samir Pfister (20.), Cyrill Rüegg (22.), Moritz Schwerzmann (25.), Jannis Meister (26.) und Luca Kriech (28.) achtbare Leistungen.

Begonnen hatte der Radquer-Event am frühen Morgen mit der Jedermann-Kategorie. Simon Wäfler (VC Bauma) hiess der Sieger des ersten Rennens. Bei bereits strahlendem Herbstwetter lieferte er sich ein packendes Duell mit Martin Weiss (G.S. Bike Zone Süpercycling Baden). Dieser kann seinen zweiten Rang sicher verschmerzen, eroberte er sich damit doch das Leadertrikot der Gesamtwertung. Als 20. konnte sich der Hittnauer Patrick Buschor in der vorderen Ranglistenhälfte klassieren, Renato Steiner wurde 46.

Neuer Rahmen findet Anklang

Bei den Medien stiess der Anlass auf ein so positives Echo wie schon seit Jahren nicht mehr. Wesentlich mit dazu beigetragen haben dürfte das Engagement der EKZ, die als Hauptsponsor der Rennserie fungiert, was von allen begrüsst wird. So schrieb etwa der „Zürcher Oberländer“: «Alles kommt viel professioneller daher. Auch die Sportler fanden lobende Worte für die neue Rennserie: „Durch die grösseren finanziellen Möglichkeiten sind mehr internationale Fahrer am Start,“ sagte Grand, und Sieger Venturini findet es toll, dass es in der Schweiz nun auch eine vergleichbare Tour wie in Frankreich oder Belgien gibt. Restlos zufrieden war Tedaldi, der sich nicht nur erfreut zeigte über die hohe Anzahl Aktiver – total standen mehr als 300 Fahrer am Start. Unter dem CrossTour-Dach bündle sich das Knowhow, wovon alle profitierten, sagte der OK-Präsident. „Das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft ist gelegt“.»