boo – Rekord-Teilnehmerzahl, Zuschaueraufmarsch wie schon seit vielen Jahren nicht mehr, strahlendes Wetter, spannende Rennen: Das Hittnauer Radquer vom 1. November, ausgetragen als dritter Lauf der EKZ CrossTour, bot Radsport vom Feinsten. Entsprechend zufrieden war OK-Präsident Romeo Tedaldi nach seinem zehnten und zugleich letzten Einsatz in dieser Funktion.

 

Woran erkennt man einen Teilnehmerrekord? Ein untrügliches Zeichen dafür ist, wenn die Startnummern ausgehen. So geschehen bei der Anmeldung zu den Kids-Rennen, als die Organisatoren des Veloclub Hittnau den Engpass mit einer Extra-Nachlieferung von Transpondern und improvisierten Startnummern beseitigen mussten. Fast 400 Startende konnten insgesamt verzeichnet werden.

Van der Poel entscheidet Schlosshügel-Krimi für sich
David van der Poel (Ned) vor Sascha Weber (De) und Simon Zahner: So präsentierte sich die Podestbesetzung der Hauptkategorie nach einem eigentlichen Renn-Krimi am Schlosshügel. Prickelnde Spannung bis zur letzten Rennsekunde begeisterte das Publikum.

Cross-Sport vom Feinsten bot das Elite-Feld den Zuschauern. Spannung bis zum Schluss war angesagt, während der ganzen Renndauer prägte eine rund zehnköpfige Spitzengruppe das Geschehen – mit offenem Ausgang. Attacken und Konter, immer wieder wurde die Gruppe gesprengt, immer wieder erfolgte aber auch der Zusammenschluss. So sorgte erst die letzte Schlosshügel-Passage für die entscheidende Zäsur, als sich David Van der Poel zusammen mit Sascha Weber leicht lösen konnten. Im Sprint war der Holländer klar der Schnellere, während die Entscheidung um Rang 3 hauchdünn fiel: Simon Zahner und Gioele Bertolini überquerten die Ziellinie zeitgleich.

Simon Zahner hatte über weite Strecken des Rennens eine ausgesprochen aktive Rolle gespielt. Meist ganz vorn in der Spitzengruppe anzutreffen, diktierte er immer wieder das Tempo und sorgte damit für Zäsuren im Renngeschehen. Das kleine Loch, das Van der Poel mit seiner finalen Attacke aufriss, vermochte er jedoch nicht mehr zu schliessen. Mit Rang 8 errang Marcel Wildhaber das zweite Schweizer Top-Ten-Resultat. Der einzige Fahrer des VC Hittnau in dieser Kategorie, Fabian Obrist, konnte sich als 26. im Mittelfeld klassieren.

Morgendlicher Auftakt mit Jedermann-Rennen
Milovan Stanic, Leader in der Kategorie Jedermann und Sieger der ersten beiden Rennen der EKZ CrossTour in Baden und Dielsdorf, war auch beim dritten Lauf der Serie in Hittnau unschlagbar. Am Ende der zweiten Runde sorgte er für die Vorentscheidung, indem er sich von seinen ärgsten Kontrahenten René Wittweiler und Roli Mischler entscheidend absetzen konnte und so einen souveränen dritten Sieg vor Mischler und Wittweiler feiern konnte. Unter der Rekordzahl von 87 Rangierten klassierten sich mit Patrick Buschor (32.), Dieter Bosshard (50.) und Sandro Schaufelberger (54.) auch drei Fahrer des VC Hittnau.

Beat Morf nach Ausrutscher auf Rang 4
Aus Hittnauer Perspektive besonders beachtet ist jeweils die Kategorie Junioren / Amateure / Masters, denn hier stehen meist etliche heimische Athleten am Start. Mit Rang 4 schrammte Lokalmatador Beat Morf ganz knapp am Podest vorbei. Unangefochter Sieger und damit auch neuer Träger des Leadertrikots war Kevin Kuhn (Tower-Sports / VC Eschenbach).

Schon in einer frühen Rennphase konnte sich Kuhn leicht absetzen und baute seinen Vorsprung kontinuierlich bis auf 40 Sekunden aus. Hinter ihm lieferte sich eine Dreiergruppe, bestehend aus Jürg Graf, Mauro Schmid und Beat Morf, einen heissen Kampf um die übrigen Podestplätze. Nach einem Ausrutscher zu Beginn der letzten Runde verlor Morf den Anschluss an seine Kontrahenten. Auf der Zielgeraden hatte Schmid die schnelleren Beine. Für Graf blieb Rang 3.

Für ein weiteres Top-Ten-Resultat für den VC Hittnau sorgte Til Steiger als Siebter. Patrick Bachofner (35.) und Roman Obrist (54.) komplettierten den Hittnauer Auftritt in dieser Kategorie.

Havlikova, gejagt von zwei Schweizerinnen
Das Feld der Frauen zeichnete sich nicht nur durch ein ausserordentliches Leistungsniveau aus, sondern auch durch dessen Grösse: Über 30 Athletinnen standen am Start. Pavla Havlikova (CZE) wurde ihrer Favoritinnenrolle gerecht und dominierte das Rennen der Frauen von A bis Z. Zwei junge Schweizerinnen waren ihr jedoch auf den Fersen: Sina Frei und Nicole Koller vervollständigten das Podest. Während sich Frei bereits zu Rennbeginn hinter Havlikova positionierte, drehte Koller ab Rennhälfte enorm auf und etablierte sich an dritter Position.

In der ältesten Nachwuchskategorie, den U17, lieferten sich Loris Rouiller und Luca Schätti einen Zweikampf auf Biegen und Brechen. Erst in der letzten Runde vermochte sich der Romand leicht abzusetzen, 9 Sekunden betrug sein Vorsprung schliesslich auf der Ziellinie. Eine klare Sache war der Sieg des Eschenbachers Dario Lillo bei den U15; hier belegte VCH-Nachwuchsfahrer Samir Pfister den 21. Rang.

Mit der Sonne um die Wette gestrahlt
Mitmachen ist wichtiger als gewinnen: Das gilt ganz sicher für die Kids-Kategorien. Schwer auszumachen, wer nach absolviertem Rennen mehr strahlte: Papi, Mami, der Nachwuchs oder die Sonne? Wie auch immer: Ein Publikumsmagnet und ein Stimmungshöhepunkt waren die Kids-Rennen ganz sicher. Die grosse Beteiligung stärkt die Zuversicht bezüglich künftiger Entwicklung der Zuschauerzahlen!

Diese Zuversicht teilte auch OK-Chef Romeo Tedaldi am Ende des Anlasses. Nachdem er vor ein paar Jahren noch besorgt in die Zukunft geblickt habe, stehe der Traditionsanlass unter dem Dach der EKZ Cross Tour nun auf einem sicheren Fundament. «Ich kann die Organisation deshalb guten Gewissens an meinen Nachfolger übergeben.»